Mit «Ruck» zum Maximum

Nur für einen Tag ist das 6:4 in Bülach der höchste Saisonsieg: In der zweiten Wochenendpartie kantert der UHC Herisau die Nesslau Sharks 8:2 nieder. «Die Basis war die Verteidigungsarbeit», sagt der Captain.

Lukas Pfiffner

Quelle: Appenzeller Zeitung, 17.11.2015

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Matchbericht

UNIHOCKEY. Auf ein gutes Wochenende mit maximalen sechs Punkten dürfen Herisaus 1.-Liga-Spieler zurückblicken, obwohl sowohl am Samstag in Bülach als auch vorgestern gegen die Nesslau Sharks nicht alles rund lief. Bülach verwandelte ein 1:3 in eine zwischenzeitliche Führung. Seine Mannschaft habe im zweiten Drittel den Faden verloren, sagte Trainer Steve Furrer. «Aber schliesslich haben wir den 6:4-Sieg sauber nach Hause gebracht. » Am Sonntag, als es wieder gegen einen Tabellennachbarn ging, verlief die erste Viertelstunde nicht nach Wunsch. «Wie am Samstag ging aber ein Ruck durch das Team; der Zusammenhalt stimmt», freute sich Stürmer Adrian Knecht.
«Da fielen sie einfach hinein»

Nur für einen Tag sollte das Ergebnis bei den Zürchern der höchste Herisauer Saisonsieg sein. Gegen Nesslau erhielt der dritte Erfolg nacheinander ein komfortables Ausmass. So leicht wie das 8:2 andeutet, kam es freilich nicht zustande. Es war ein Steigerungslauf. «Wir hatten in der Startphase zu viele Ballverluste», bilanzierte Knecht. Herisau kontrollierte darauf Ball und Gegner besser, war physisch mehr präsent, löste sich geschickt und verdiente sich die Zweitoreführung zur zweiten Pause. «Und am Schluss, ja, da fielen sie einfach hinein», staunte Knecht.

In der Saison 2014/15 hatte es in beiden Spielen zwischen Herisau und Nesslau neun Tore für den Heimclub gegeben. Wenig fehlte, und die Appenzeller hätten diese Marke wieder erreicht. Hat man den Match hinten oder vorne gewonnen? «Die Basis war die Verteidigungsarbeit aller Linien. Aus der starken Defensive heraus gelang uns zunehmend auch im Abschluss einiges.»
Fünf Tore in zwölf Minuten

Herisau spielte diszipliniert. Am Samstag und Sonntag gab es nur je eine Strafe, wobei die Ausserrhoder vorgestern sogar eine positive Unterzahl-Bilanz aufwiesen: Nachdem Rüesch den Ball in der Offensive hartnäckig behauptet hatte, traf Brunner in der 48. Minute mit einem herrlichen Hocheckschuss zum 4:1. In diesem Moment sah der Gäste-Coach das Unheil kommen – sein Timeout brachte keine Ordnung. Innert zwölf Minuten erzielten die Herisauer vier weitere Tore. Dabei zeigten sie ein paar Einlagen, welche die Bezeichnung «künstlerisch wertvoll» verdienten – wie Blasers Pass durch die Beine vor dem fünften Tor.
Rückrunde startet

Auffälligster Offensivmann war Knechts Linienpartner Adrian Rüesch, der bei vier Toren seinen Stock im Spiel hatte. «Diesmal ist es unserem Block sehr gut gelaufen.»

Knecht figurierte am Sonntag auch unter den Torschützen, wobei der Center seine Rolle eher umsichtig und staffelnd interpretiert als spekulativ offensiv. «Ich schaue, dass ich den Flügeln Freiheiten verschaffe. Es braucht immer alle fünf.» Und manchmal besondere Massnahmen: Zu Beginn der ersten Pause, als es noch 1:1 stand, steckte das Trainerduo Steve Furrer/Ruben Baumgartner mit den Captains Silvan Stern und Adrian Knecht die Köpfe zusammen. «So konnten wir aus Sicht des Teams Inputs geben», erzählte Herisaus Nummer 90. Für ihn und seine Mitspieler beginnt am Samstag zu Hause gegen Bassersdorf die Rückrunde.

Spieltelegramm

UHC Herisau - UHC Nesslau Sharks 8:2 (1:1, 2:0, 5:1)
Sportzentrum, Herisau. 90 Zuschauer. Sr. Fräfel/Marty.

Tore: 12. R. Germann 0:1. 15. Hug (Wetter) 1:1. 25. Gemperle 2:1. 28. Waldvogel (A. Rüesch) 3:1. 48. Brunner (A. Rüesch, Ausschluss Waldvogel!) 4:1. 52. Hug (Blaser) 5:1. 53. (52:41) A. Rüesch (Knecht) 6:1. 53. (52:56) Blake 6:2. 54. (53:38) Knecht (A. Rüesch) 7:2. 60. (59:38) Waldvogel (Knecht) 8:2.

Strafen: je 1mal 2 Minuten.

Aufstellung

Herisau: Holenstein; Jucker, Wetter; Zellweger, Schwarz; Brunner, Wyss; Blaser, Stern, Hug; P. Germann, Hess, Gemperle; A. Rüesch, Knecht, Waldvogel.