Die Erste von letzten Chancen

Am vergangenen Samstag reiste der UHC Herisau im dichten Schneegestöber nach Dübendorf, um die kleine Chance auf die Playoffs mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten Jump Dübendorf aufrecht zu erhalten. Das Unterfangen gelang. Nicht mehr, nicht weniger.

Silvan Stern

Matchbericht

Es passte zum kuriosen Spiel, dass der Austragungsort dieser Affiche eine architektonische Meisterleistung war, wie sie zu oft auf den Militärgeländen der Schweiz anzutreffen ist. Es passte ebenso, dass in der Halle weder Musik aus den Lautsprechern erklang, noch mehr als gefühlte 10 Zuschauer anzutreffen waren. Dementsprechend emotionslos begann die Partie. Die Gäste waren bemüht das Spieldiktat zu übernehmen, liessen Phasenweise den Ball gut laufen und kamen zu Chancen. Immer wieder eroberte man den Ball im Aufbauspiel des Gegners, schlug aber insgesamt zu wenig Kapital aus diesen Turnover. Wenn das Heimteam, angetrieben vom lautstarken Publikum, zu Möglichkeiten kam, war Torhüter Nüssli auf dem Posten.

Es entwickelte sich ein munteres hin und her, wobei sich keine der Mannschaften mit überschwänglicher Spielkultur auszeichnen konnte. Viel mehr waren es unnötige Ballverluste welche die Partie unterhielten. Dübendorf zeigte sich nun etwas Effizienter, was ihnen einen ausgeglichenen Spielstand nach zwei absolvierten Dritteln einbrachte.

In den letzten 20 Minuten kam zum munteren Spiel und den überschwänglichen Emotionen eine Prise Genialität hinzu. Zuerst verwertete Wetter einen Freistoss von der Mittellinie mit einem genau einstudierten Lob-Flanken-Schuss direkt. Danach, nachdem es die Appenzeller fertig brachten, auf eine äusserst undurchdachte Art und Weise ihren zweiten Zweitorevorsprung des Abends aus der Hand zu geben und der Partie noch einmal unnötig Spannung einzuhauchen, kam die letzte Spielminute, welche die Zuschauer auf ein Neues für vieles Entschädigte. Der Siegestreffer des UHC Herisau war, zum wiederholten Mal an diesem Abend, schlicht eine Meisterleistung. Aus unmöglicher Position, mit der unmöglichsten Idee, fand der Ball auf der unmöglichsten Flugbahn, den Weg über den gegnerischen Torhüter hinweg ins Tor, mitten ins Glück der Herisauer.

Der Sieg, Tatsache. Die Art und Weise, Glücklich. Die Punkte, ein Segen. Die Leistung, ungenügend. Gegen ein unmotiviertes, lustloses Jump Dübendorf, kam man mit einem blauen Auge und einer (fast) gebrochenen Nase davon. Will man jedoch die Playoffs erreichen, ist eine erhebliche Steigerung in allen Bereichen, noch einmal Schwarz auf Weiss festgehalten im Wissen, dieses Fazit bereits einmal gezogen zu haben, unabdingbar.

Spieltelegramm

Jump Dübendorf - UHC Herisau 6:7 (0:2, 4:2, 2:3)
MZH Dürrbach, Wangen b. Dübendorf. SR Küenzi/Meyer.