Wiederum zu spät getroffen

UNIHOCKEY. Der UHC Herisau gewinnt gegen Egg Pfannenstiel nur das letzte Drittel und unterliegt im 1.-Liga-Heimspiel 3:5. Der Ausserrhoder Verein ist zu wenig stilsicher und druckvoll.

Lukas Pfiffner

Quelle: Appenzeller Zeitung, 13.10.2015

http://www.appenzellerzeitung.ch/ostschweiz/kantonappenzell/auszeitung/at-sp/Wiederum-zu-spaet-getroffen;art327,4387621

Matchbericht

Die 1.-Liga-Meisterschaft ist vier Runden alt. Herisau bleibt Spezialist für knappe Resultate und spezielle Herausforderungen: Nur während 30 Sekunden konnte es sich in dieser Saison an einer Führung erfreuen. Das war im zweiten Match gegen Rheintal, als aber das 8:7 rasch wieder aus der Hand gegeben wurde. Die erste Partie bei Bassersdorf war mit dem vierten Herisauer Tor in der 4. Minute der Verlängerung zu Ende gewesen. Vor einer Woche gelang es der Mannschaft in Luzern nie, einen Vorsprung zu erzielen, ebenso wenig vorgestern gegen Egg Pfannenstiel.

Die Sicherheit am Stock und in der Angriffsauslösung ging oft ab – das 0:2 bis zur 8. Minute brachte die Ausserrhoder in eine Rücklage, aus der sie sich nicht mehr zu befreien vermochten. Die Trainer Steve Furrer und Ruben Baumgartner reagierten auf den erneut ungünstigen Spielverlauf. Sie brachten nach 20 Minuten frische Kräfte und setzten im mittleren Drittel weitgehend nur zwei Linien ein – die Wirkung der personellen Massnahmen hielt sich in engen Grenzen.
Zu wenig präzis

Die Knackpunkte? Gewiss war von Bedeutung, dass die Zürcher bereits 13 Sekunden nach Blasers 1:2 ihren dritten Treffer erzielen konnten. Zum zweiten liessen die Gastgeber beim Stande von 2:5 ausgedehnte Überzahl-Zeit verstreichen, nachdem gegen Eggs Zollinger eine Zweiminuten- plus eine Fünfminutenstrafe ausgesprochen worden waren (50.). Die Einheimischen verzeichneten viele Schüsse, diese waren aber in der Mehrheit zu wenig wuchtig und präzis angesetzt – und auf Abpraller reagierten die Pfannenstiel-Spieler in der Regel besser. Dies galt nicht nur für dieses abschliessende Powerplay, sondern generell. Das dritte Appenzeller Tor fiel nach einer Kombination Gemperle/Stern doch noch, als die Zürcher eben wieder vollzählig waren (57.). Die Gastgeber verzichteten nun phasenweise auf ihren Goalie. Mehr als ein paar Turbulenzen in der Abschlusszone verschaffte sich Herisau nicht mehr.
Gegen hinten

Der Teilsieg im letzten Drittel änderte nichts daran, dass sich der UHCH mit drei Punkten in der Tabelle aktuell gegen hinten zu orientieren hat. Die Gäste zeigten sich reifer und effizienter. So liessen sie nur gerade sechs Sekunden mit fünf gegen drei verstreichen, bis sie zum 2:0 trafen. Die Zürcher, die in der vergangenen Saison vier von fünf Partien (und die Playoff-Viertelfinalserie) gegen Herisau verloren hatten, stellten sich klug in die Pass- und Laufwege. Sie verdienten sich den Sieg. Zu einer Randnotiz verkam die Tatsache, dass Roth nach einem Stockschlag von Schwarz in der 27. Minute mit einem Penalty an Käser scheiterte. «Jeder darf es bei uns einmal probieren», war von der Zürcher Spielerbank in einer Mischung aus Humor und Verärgerung zu hören. Bereits zum drittenmal in der noch jungen Saison liess Pfannenstiel in der regulären Spielzeit eine Penaltychance aus.

Spieltelegramm

Herisau – Pfannenstiel Egg 3:5 (0:2, 1:2, 2:1)
Tore: 4. Stauffer (Hottinger) 0:1. 8. Weber (Kyburz, Ausschluss A. Rüesch und Hess) 0:2. 26. (25:14) Blaser (L. Rüesch) 1:2. 26. (25:27) T. Huber (Wildi) 1:3. 35. Weber (T. Huber) 1:4. 43. Studer (Roth) 1:5. 48. Blaser (Meier) 2:5. 57. Stern (Gemperle) 3:5.

Strafen: Herisau 4mal 2 Minuten, Pfannenstiel Egg 4mal 2 Minuten plus 5 Minuten und Matchstrafe (Zollinger).

Bemerkungen: 27. Käser wehrt Penalty Roths ab. 59:26 Time-out Herisau.

Aufstellung

Herisau: Käser; Brunner, Schwarz; Jucker, Wetter; Zellweger, Solenthaler; Chr. Huber; Germann, Stern, Gemperle; Blaser, Hess, L. Rüesch; A. Rüesch, Knecht, Hug; Meier, Waldvogel.